| TORGAU |
In der Stadtkirche in Torgau an der Elbe , der Kirche wo Katharina von Bora beigesetzt wurde und Johann Walter erster evangelischer Kirchenmusiker war- wurde 1984 ein komplett neues Werk der Orgelbaufirma Schuster&Sohn ansässig in Zittau aufgestellt. An alter Stelle auf der Westempore stand ehemals die größte Orgel vom Eilenburger Orgelbauer Conrad Geissler mit III.Manualen.
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| Geissler und später Furtwängler&Hammer Orgel (Archiv CvP) |
Das Werk wurde 1928 von Furtwängler & Hammer Hannover komplet verändert, überarbeitet und mit modernster Technik versehen. elektropneumatische Taschenladen. Zusätzlich wurde noch um ein Rückpositiv erweitert.
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| Dispositionen 1872 und 1928 aus Fragebogen1937 (Archiv CvP) |
Die Geschmacksrichtungen ändern sich, das Werk war in den 70ern kaum noch spielbar mangels Pflege. 1984 war es dann endlich soweit, nach mindestens 10 Jahren Wartezeit ....eine neue Orgel wurde aufgestellt. Das alte Werk abgetragen, wenige Teile überlebten.
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| Schuster Orgel beim Aufbau. Am Spielschrank: Siegfried Schuster. (Archiv CvP) |
Die neue Orgel wurde mit einer sehr modernen Gehäusegestaltung, die von Fritz Leweke, Halle entwurfen wurde, erbaut. Ihr neuer jetzt exponierter Platz: neben der Grabstelle der Frau von Luther, und im Publikum, seitlich ebenerdig. Das beeindruckende, assymetrische Gehäuse ragt bis zum Gewölbe auf, dort oben in 12 Metern Höhe befindet sich wirklich das "Oberwerk". In dessen Front steht ein Spitzprinzipal 8'. Eine Kunstruktion des Orgelbaumeisters Siegfried Schuster.
| Spielschrankrückseite |
Seitlich befindet sich das Pedal mit seinem 16' Prinzipaltürmen. Mittig über dem Spielschrank das kleine Brustwerk, welches giftig ist aber sich im Raum absolut passend in das ganze Werk harmonisch einfügt. Darüber das Hauptwerk. Aufgeteilt im Spieltisch: I:Hauptwerk, II - Oberwerk, III - Brustwerk. Dieses hat bewegliche Türen und fungiert als Schwellwerk.
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| Torgau 1984 ohne Horizontaltrompeten (Archiv CvP) |
Die Ursprüngliche Disposition, entwurfen in den 1970ern sieht Trompete8' (I) Dulzian 16' und Rohrschalmei8' (II) vor. Im Pedal: Posaune16' und Klarine 4'. Das wurde in den 1990er Jahren verändert: im Oberwerk befindet sich jetzt eine französische Oboe 8' (Hautbois 8') und ein Clarion 4'.
| zusätzliche Horizontaltrompeten |
Zusätzlich wurde eine Horizontaltrompete 8' eingebaut die auf den berühmten ehem. Gewandhausorganisten Matthias Eisenberg zurückgeht.
| Spielschrank |
Diese beeindruckt nicht nur optisch sondern auch klanglich, pflügt diese durch den gewaltigen Kirchenraum. 1984 wurde die gesamte Intonation der Anlage durch Manfred Ramsenthaler, ein blinder Organist aus Görlitz gemeinsam mit Siegfried Schuster ausgeführt. Ein gewaltiges Werk, kraftvoll, leicht verändert aber zum positiven. Immer wieder ein Genuß.




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