Samstag, 22. August 2020

HALLE St.Elisabeth Schuster&Sohn Zittau 1974

1974 - Originalaufnahme Fa. A. Schuster&Sohn, Zittau
Nach langen unschönen Vorfällen mit dem alten Instrument einer norddeutschen Orgelbaufirma aus dem Jahr 1939 wo sich der Aufbau bis nach 1945 hinzog und es bis zum Schluss nur störanfällig spielbar war....

Ansicht 2020
....war es endlich 1974 so weit.... Ein neues und nun beeindruckendes Spielfreude vermittlendes Instrument wurde eingeweiht.
Gehäusegestaltung Fritz Leweke, Halle.

Siegfried Schuster mit seinen Leuten waren die Erbauer. 2009 wurde das Instrument von Fa. Weimbs überarbeitet. Sie bewerten die Orgel als Vorzeigeinstrument der damaligen Zeit, klanglich, technisch und in der Verarbeitung höchste Ansprüche folgend. So wie es zu DDR Zeiten eben möglich war. Der damalige Organist forderte eine etwas bessere liturgische Einsetzbarkeit der Orgel im Gottesdienst.
Rückseite der Registerzüge - elektrische Registertraktur

 Die Registertraktur wurde elektrifiziert, ein Setzer eingebaut und eine Suboktavkoppel II-I (greift elektrisch in die Traktur ein) nachgerüstet.
nachgerüstete Suboktavkoppel II - I greift elektrisch in die Mechanik ein.
Die Registerzüge wurden alle ersetzt und sind nun mit Porzellanplatten versehen, sind aber an ihrer Position belassen.
Spielschrank von Schuster,  verändert von Weimbs.

Einzelne Stimmen der Orgel wurden verändert. So Quintade 16' in Bordun 16' umintoniert und Vox Humana 8' ersetzt als Krummhorn 8'. Das gesamte klangliche Erscheinungsbild blieb mit diesen doch gewinnbringenden Arbeiten gewahrt. Ein tolles Instrument auf dem man Lust bekommt zu spielen.

Freitag, 7. August 2020

FALKENSTEIN VEB EULE BAUTZEN op.389 aus 1970!

In Falkenstein im Vogtland nahe Plauen steht op.389 des damaligen VEB Orgelbau Bautzen Hermann Eule. aus dem Jahr 1970.


FALKENSTEIN
Das riesige Werk besticht in der neogotischen Kirche durch seine einfachen klar strukturierten Linien der modernen Prospektgestaltung. Der Werkaufbau ist klar erkennbar. Pedaltürme Hauptwerk Oberwerk und Schwellwerk sind deutlich auszumachen. Hier im modernen Spielschrank noch Reminiszenzen an eine vergangene Epoche: pneumatische Registratur mit freien Kombinationen und Kollektivdrückern.
SPIELSCHRANK


Das macht es dem Spielenden leicht mit dem Werk schnell Freundschaft zu schließen. Aber eins muß man sagen: zu dieser Zeit sind die unterschiedlichen Firmen noch am Klang der Instrumente zu erkennen, sie sind zwar alle Neobarock aber so differenziert im Klangaufbau und mechanisch technischer Anlage und auch Spielart -  ein interessantes und - zu wenig beleuchtetes Gebiet des Orgelbaues. Darum dieser Blog!

DETAILAUFNAHME man erkennt hier die riesige Größe des Instrumentes.
Der Klangliche Aufbau in Falkenstein ist am Anfang mit den 8' etwas zurückhaltend gewinnt mit den 4'2' an Fahrt. Beeindruckend ist zu hören wie die Aliquoten und Mixturen die Grundtöne verstärken und die Zungenstimmen (Gieseke-Göttingen) kräftig "reinblasen" und schon irgendwie die Streicher der Spätromantik ersetzen.

 Bei diesem Instrument ist auch zu erwähnen das es das letzte geplante und konstruierte Instrument von HANS EULE ist....nach seinem frühen Tod führte seine Frau INGEBORG EULE den volkseigenen Orgelbaubetrieb weiter. Anzumerken ist, das Sie die einzige Frau war die in der doch männerdominierten Orgelbauwelt der Zeit die einzige "Betriebsdirektorin" der DDR Orgelbaubetriebe war und nach 1990 das Unternehmen wieder in reprivatisierter Führung auf Erfolgskurs brachte.
FIRMENSCHILD mit Holzintarsien....

 Zurück zu Falkenstein: Konstruktion: Hans Eule, Intonation:Martin Weise (Intonateur des Betriebes) der Gehäuseentwurf stammt von Johannes Höra (Bad Elster) und Hans Eule.

Orgelbaumeister NICOLAUS SCHRICKEL * EILENBURG

 Eilenburg´s Orgelbauerscene ist momentan noch nicht eingehend erkundet und es gibt zu wenig ungesichtete Artefakte in Archiven darüber. 3 O...